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Resilienz: Die innere Stärke finden

Manche Menschen scheinen mit Schicksalsschlägen oder außergewöhnlichen Belastungen besser fertig zu werden als andere. Sie schaffen es, Lebenskrisen wie den Tod eines nahe stehenden Menschen oder lange Arbeitslosigkeit ohne anhaltende Beeinträchtigungen durchzustehen, während andere Menschen daran zerbrechen. Was unterscheidet diese Menschen von anderen Menschen? Damit beschäftigen sich die Psychologen seit Jahren und haben für diese Stärke, mit extremen Belastungen fertig zu werden, den Begriff „Resilienz“ geprägt.

Ursprünglich wurde Resilienz auf Kinder bezogen, die unter widrigen Umständen aufwuchsen und sich dennoch zu erfolgreich sozialisierten Erwachsenen entwickelten. Heute wird er für Menschen verwendet, die sich von Schicksalsschlägen oder außergewöhnlichen Belastungen nicht unterkriegen lassen. Das heißt jedoch nicht, dass diese Menschen schon nach kurzer Zeit wieder zur Tagesordnung übergehen. Auch sie können lange brauchen, um einen Schicksalsschlag zu verarbeiten, aber sie lassen sich dadurch eben nicht dauerhaft aus der Bahn werfen.

Was macht einen Menschen resilient?

Hier haben Wissenschaftler einige entscheidende Faktoren ausgemacht. So werden spirituell ausgerichtete Menschen besser mit Rückschlägen fertig als eher nüchterne Menschen. Sie sehen sich als Teil von etwas Größerem und schaffen es, auch in schrecklichen Dingen einen Sinn zu sehen. Dabei spielt es übrigens keine Rolle, an was die Menschen die Menschen glauben: an Gott, an die Natur, an die Lehren des Buddha oder Ähnliches. Auch Menschen, die sich für andere engagieren, entwickeln Resilienz, und positive Beziehungen zu anderen Menschen scheinen ebenfalls eine wichtige Rolle zu spielen. Das fand die amerikanische Psychologin Emmy Werner heraus, die auf der Insel Kauai eine Langzeitstudie an 698 Kindern durchführte. Viele dieser Kinder stammte aus zerrütteten, teils sogar gewalttätigen Familien, doch trotzdem schafften es viele von ihnen, diese schwere Kindheit hinter sich zu lassen und zu glücklichen und erfolgreichen Menschen zu werden. Emmy Werner stellte fest, dass diese Kinder alle etwas gemeinsam hatten: Sie alle hatten in ihrer Kindheit eine Bezugsperson, die ihnen Halt gab und sie unterstützte, zum Beispiel eine Lehrerin oder einen Nachbarn. Trotz dieser großen Bedeutung des Umfelds bei der Entwicklung von Resilienz spielt vermutlich auch die genetische Disposition eine Rolle, doch ist dieser Faktor bisher nur wenig erforscht.

So wie schwere Lebenskrisen an der Resilienz eines Menschen zehren, kann auch chronischer Stress unsere Resilienz stark herausfordern. Doch die Resilienz kann auch trainiert werden. Damit beschäftigt sich unter anderem gerade die US-Army, die sich mit Tausenden von Kriegsveteranen konfrontiert sieht, die im Alltag kaum noch zurechtkommen. Über eine Million Soldaten und Ausbilder durchlaufen hier gerade ein Programm, das ihre Resilienz erhöhen und sie somit weniger anfällig für posttraumatische Belastungsstörungen machen soll. Auch das DeveLife®-Programm hilft Teilnehmerinnen und Teilnehmern, ihre Resilienz zu erhöhen und sich so wirkungsvoll vor Burn-out zu schützen.